Kingdom of Wonder

Freitag, 21.02.2014

Willkommen zur Kambodscha-Sonderausgabe dieses Blogs. Auch wenn vielen die Überschrift bekannt vorkommt, so musste ich sie einfach noch einmal verwenden, da „Kingdom of Wonder“ der wohl passendste aller Slogans ist. Glücklicherweise musste ich mich nicht alleine mit korrupten Grenzbeamten rumschlagen, da Corny zwei Tage vorher nach Bangkok geflogen ist. Nach ihrem unverschämten Glück ein Upgrade in die erste Klasse zu erhalten sowie einer Umbuchung mit kürzerer Wartezeit kam sie putzmunter an. Dennoch haben wir erstmal ein bisschen in meinem Stadtteil gechillt und waren dann noch ein, zwei Bierchen trinken. Ein weiteres Highlight war das demonstrieren des guten asiatischen Plumpsklos samt "Spülung", das ich dank Peking bereits gewohnt war. 

Am nächsten Tage haben wir uns erstmal das wohl grösste Asienklischee gegeben: eine Spielhölle in einem Einkaufszentrum. Wir wurden auch gleich von zahlreichen Kindern beobachtet und wahrscheinlich auch heimlich ausgelacht, als wir versucht haben aus der wahlweise japanischen oder thailändischen Anleitung schlau zu werden. Dennoch habe ich irgendwann mein Lieblingsspiel gefunden und konnte die Melodie zu „Bruder Jakob“ mit einem japanischen Text perfekt nachtrommeln. Dannach ging es in den grössten Park Bangkoks, wo sich gerade dutzende Uni-Absolventen fotografieren liessen und sich (natürlich) ein Gebäude ganz dem König widmete. Nicht nur, dass der Park anlässlich des Geburtstages des Königs gebaut wurde, nein, man erfuhr auch, dass dieser ein „world-renowned“ Saxophon-Spieler, Reisbauer und Segler ist. Abends gingen wir auf einen Hipster-Nachtmarkt. In meiner Naivität dachte ich, dass dies Corny an Einkaufsmöglichkeiten reichen würde…

 

 

Am nächsten Tag auf nach Kambodscha, wo wir in Siem Reap auch Finn und Pia treffen wollten. Der offizielle Regierungsbus fuhr uns zu einer Fake-Grenzstation etwa 5 km von der eigentlichen Grenze entfernt. Da man auch keine Lust hatte irgendwo zu stranden, haben wir zähneknirschend nicht nur 10 Dollar zu viel bezahlt, sondern haben den vertrauenserweckenden Menschen auch unsere Pässe gegeben. Als wir dann tatsächlich danach zur richtigen Grenze gefahren wurden, bekamen wir sie sogar mit nigelnagelneuen kambodschanischen Visa wieder jedoch mussten wir trotzdem noch fast 2 Stunden anstehen, je eine bei „Thailand Departure“ und eine bei „Cambodia Arrival“. Natürlich konnte man auch einfach völlig offensichtlich einem Beamten Geld zustecken um diesen Protest zu beschleunigen. Ironischerweise stand in der Wartehalle ernsthaft ein Kasten für Verbesserungsvorschläge… Um uns noch sicherer zu fühlen, wurden auch alle zehn Fingerabdrücke eingescannt. Nachdem wir schon an der Grenze keinerlei Lust mehr auf dieses Land hatten, verflog der Ärger doch recht schnell, als wir in Siem Reap mit Finn und Pia ein BMS-Get-together hatten und erstmal lecker essen waren. Am Folgetag gaben wir uns natürlich gleich das absolute Highlight der Stadt und die mit Abstand grösste Attraktion des Landes: die Tempelanlagen rund um Angkor Wat. Das Drei-Tage-Ticket kostete zwar 40 Dollar, für Kambodscha eine unvorstellbar hohe Summe, aber das war es definitiv wert. Aber da lass ich lieber mal unsere Poser-Bilder sprechen^^

 

Abends in der Pubstreet haben wir dann noch das recht ausgelassene Nachtleben der Stadt genossen, die Atmosphäre mit den vielen Backpackern und dem billigen Alkohol war grossartig und irgendwann hat die ganze Strasse getanzt. Am nächsten Morgen waren wir tatsächlich nicht die einzigen, die noch vor Sonnenaufgang den Haupttempel von Angkor Wat aufsuchten. Busladungen voller Japaner mussten dieses Ereignis ebenfalls auf ihrem Smartphone festhalten.

Dinge, die ich wohl ewig mit Kambodscha verbinden werde, sind neben der Tempelanlage zum einen das verdammt gute Essen für oftmals weniger als 2 Dollar, die hervorragenden Englisch-kenntnisse und die Parties auf der Pub-Street. Gewöhnungsbedürftig war die offene Korruption, das ständige Verhandeln bei Tuk-Tuks und teilweise auch beim Essen und die ganzen Kleinigkeiten, wo man übers Ohr gehauen wird. Sei es an der Grenze, beim Geldwechseln oder wenn sich der Tuk-Tuk-Fahrer einfach weigert einem das Restgeld zu geben, weil er meinst, das es ihm als Trinkgeld zustehe.

Die Rückfahrt nach Thailand war natürlich ähnlich glorreich. Um Zeit zu sparen, haben wir einen "VIP-Bus" (natürlich wussten wir um die dehnbare Bedeutung des Begriffes" gebucht, der um 2 Uhr nachts los fuhr. Nach 2 Stunden waren wir etwa ab der Grenze und das Buspersonal verhielt sich langsam komisch. Der Bus blieb ohne Grund lange stehen, man bekam ganz kangsam irgendwelche Sticker in die Hand gedrückt, der Bus blieb nochmal stehen... Um kurz vor der 6 waren wir an der eigentlichen Grenze und erfuhren den Grund: die Grenze öffnet erst um 6... Das die Schalter tendenziell eher erst um halb sieben aufmachten, war im Nachhinein auch leicht zu erklären: die Thailändischen Kollegen machten erst um sieben auf.. also nochmal etwa 2 h für die Grenzformalitäten verschwendet und dann nochmal 2 h auf den Bus Richtung Bangkok gewartet... warum der Bus nicht erst gegen 4 aus Siem Reap losfuhr, wird wohl ein ewiges Geheimnis des Busunternehmens bleiben...

LOS TIT

Montag, 13.01.2014

Da der derzeit der grosse „bangkok Shutdown“ das Leben in Bangkok ein bisschen lahmlegt und ich auch nicht weiss, wann die Uni wieder auf macht, heute schon der nächste Blogeintrag, diesmal mit den grössten (bisher hoffentlich noch nicht erwähnten) Kuriositäten, die mir bisher untergekommen sind. In Foren über Bangkok stürzt man oft über die beiden Abkürzungen LOS und TIT. Während ich mich am Anfang immer gewundert habe, warum ständig Laos erwähnt wird (und warum man ständig das „A“ vergisst), weiss ich mittlerweile, dass es sich ausgeschrieben um „Land of Smile“ handelt. TIT steht für „This is Thailand“ und ist der Klassiker in Thailandforen.

Der bereits erwähnte Bangkok Shutdown… Die politische Situation hier zu erklären würde den Rahmen sprengen und ich muss sagen, selbst jetzt ist das für mich immer noch recht verworren. Die Opposition möchte, dass die derzeitige Regierung zurücktritt, diese hat Neuwahlen zugestimmt. Das möchte die Opposition aber auch nicht, da die Regierung diese Neuwahl (wahrscheinlich auch  durch Bestechung) wohl erneut gewinnen würde. Mit einer Strassenblockade rund um Regierungseinrichtungen werden derzeit Beamte davon abgehalten zur Arbeit zu kommen. Das ist in etwa die Kurzform der bisherigen Ereignisse. Und jetzt kommen wir zur Ansammlung von WTF`s für jeden Farang:

Man kann T-shirts mit dem heutigen Datum und der Aufschrift „Bangkok Shutdown“ kaufen, und die Thais machen das tatsächlich

Zusammenkünfte von mehr als 10 Leuten zählen heute als Landesverrat, genauso wie das Tragen von Kleidungsstücken mit der thailändischen Flagge (!)

Seit einer Woche kündigt die Opposition an, Bangkok lahmzulegen. Das wird nicht irgendwie versucht zu verhindern, stattdessen gibt es Hinweise an die Bevölkerung, welche Kreuzungen betroffen sind. Auch die Tatsache, das die Blockade schon 12 Stunden vor dem angekündigten Zeitpunkt begonnen hat, scheint keinen zu stören. Man stelle sich in Deutschland vor, das Leute anfangen, Sandsäcke auf die Strassen zu stellen. Aber eines muss man der Polizei hier lassen, es ist tatsächlich strikt untersagt, weitere Sandsäcke nach Bangkok zu transportieren. Da greifen die richtig hart durch…

Der Oppositionsführer wird seit Wochen mit Haftbefehl gesucht… Er läuft völlig frei durch Bangkok

Also ihr seht, dass man es derzeit mit viel Humor sehen kann und derzeit meine einzige Frage ist, wann denn die Uni wieder aufmacht. Ich muss auch einen Test schreiben, sobald wieder Vorlesungen sind, was natürlich nervt, da man das ja nicht genau weiss.

Sonstige Kuriositäten:

Erdbeeren kann man an den Ständen in 2 Geschmacksrichtungen kaufen: salzig oder mit Chilli

Immer (!) wenn ich was zu essen bestelle, werde ich gefragt,  wie viele Portionen ich denn möchte (vielleicht wollen sie mir damit was sagen…)

Sobald mir Kellner die Karte geben, bleiben sie solange neben mir stehen, bis ich bestellt habe. Auch ein verlegenes Lächeln und „5 minutes“ meinerseits führen zu einem verlegenen Lächeln und Stehenbleiben kellnerseits.

Linienbusse in Bangkok fahren, je nach Verkehr, so schnell wie irgendwie möglich, da die Fahrer nach Anzahl der Strecken bezahlt werden, die sie schaffen. Das führt u.a. dazu, dass die Busse an der Haltestelle kaum stehenbleiben und das ich auch neulich aus einem Bus „rausgeschmissen“ wurde, da ich die letzte Passagierin war. Der Bus hat einfach umgedreht und ich musste auf den nächsten warten.

Als es hier neulich tagsüber etwa 25 Grad hatte, kam mir „Gürkchen“ im Winterpulli entgegen und meinte, ich sei verrückt im T-shirt rumzulaufen. Während der Vorlesung wurde dann natürlich mal wieder die Klimaanlage so weit aufgedreht, dass ich tatsächlich gefroren habe.

TIT!

because it is a sunday

Samstag, 11.01.2014

Guten morgen, bevor ich die Blog-Motto-Tage „Verkehrsmittel in Südostasien“ in Zusammenarbeit mit unserem vietnamesischen Lieblingsblog abschliesse, erstmal das wichtigste: Ich bin stolzer Besitzer eines gültigen Visas! Und das ohne Abschiebehaft^^.

Wie letztes Mal beschrieben, war ich die letzten Tage auf einer Insel in der Nähe der Grenze zu Myanmar und natürlich nutzten wir dazu das thailändischste aller Verkehrsmittel, den Überlandbus. Es gibt in Bangkok 3 Busterminals, natürlich mussten wir zu dem einzigen, der komplett ausserhalb sämtlicher U-Bahnlinien fast 30 km von hier entfernt liegt. Dort gibt es etwa 40 Schalter und fast die Hälfte davon hat fast immer auch die Stadt im Angebot, in die man möchte. Preislich unterscheiden sich die Busse kaum und es gibt auch selten wirkliche Busunternehmen, das heisst, die Ausstattung der Busse ist jedes mal eine neue Überraschung. Von wahren Luxusbusen mit fast schon Liegecomfort bis zum unbequemen Holzsessel ist alles möglich. Aber das eigentliche Highlight ist die Fahrt, den bequeme Sessel bedeuten nicht, das man sich sonderlich um den Schlaf der Mitfahrer bemüht. Tagsüber hupen sich die Busse ihren Weg durch die überfüllten Strassen. Dies ist untermalt mit thailändischen Actionfilmen, die auf einem winzigen Fernseher ganz vorne laufen, die also nur die vorderen paar Reihen sehen können. Zum Ausgleich ist die Lautstärke dann für alle gemacht und man versucht zu dem Geräusch von Explosionen und Schmerzen zu schlafen. Gegen 22, 23 Uhr hören die Filme auf, das Licht wird ausgeschaltet … und…. Es läuft thailändische Popmusik in voller Lautstärke. Wahrscheinlich damit der Fahrer nicht einschläft. Diese Geräuschkulisse wird dann noch getoppt durch ständiges Anhalten, da unterwegs immer mal wieder Leute (schwarz) mitgenommen werden oder rausgeschmissen werden. Natürlich wird bei jedem Anhalten das Licht wieder angemacht, damit die Leute ihr Gepäck finden. Zudem gibt es alle 2,3 Stunden Pinkelpausen (gut, da beschwer ich mich nicht), die natürlich nicht mit Tanken zusammengelegt werden. Also ihr könnt euch in etwa vorstellen, wie erholsam das ganze ist. Ich bin eigentlich eh mehr der Zugtyp, aber viele Strecken wurden renoviert oder die Züge fahren nur einmal am Tag. Ich versuch aber die nächsten Tage mal mit dem Zug nach Ayutthaya zu fahren, mal sehen, was ich dann von den hiesigen Zügen berichten kann.

Trotz aller Widrigkeiten kamen wir am Sonntag morgen in Ranong an und von da aus musste ich dann den legendären Visa-run machen. Es gibt in Ranong zwei Piers, einen nach Malaysia und einen nach Kho Payam. Natürlich brachte uns das Motorradtaxi zum falschen und als wir auch nicht wirklich weiter wussten, wurde uns natürlich für einen Mondpreis angeboten, den Visa-run zu übernehmen. Es stellte sich heraus, das der Malaysia-Pier keine 5 minuten zu Fuss entfernt war. Dort wurde ich sofort von einer Schar, darf man in dem Fall Menschenhändler sagen?, belagert, die mich in ihren alten Booten rüberfahren wollten. Letztendlich waren es zwar nur 4 Euro für die Fahrt, aber das Überziehen meines Visums hat sich finanziell ganz schön geläppert: Fast 50 Euro Strafe für die 4 Tage, die ich drüber war, 10 Dollar für das Malayische Visums, die man früh morgens auch nur zu einem extrem schlechten Wechselkurs bekommt und als absolute Krönung die knapp 50 cent bestechung für den Bootsjungen. Diese 50 cent waren angeblich fällig "because it is a sunday"...In seiner Hosentasche haben diese 50 cent bestimmt viel bewirkt^^. Natürlich hat die Aktion auch doppelt so lange gedauert, wie uns vorher zugesichert wurde, daher haben wir die erste Fähre verpasst und durften uns noch 4 stunden in dem Fischerdorf Ranong langweilen.

Das hier ist dann auch das einzige Bild meines 10-minütigen Aufenthaltes in Myanmar

Kho Payam hingegen war einfach eine wunderschöne Insel mit einem Bilderbuchstrand.

 

Noch relativ untouristisch, jedoch waren nahezu alle Urlauber deutschsprachig, da die Insel vor kurzem in einem deutschen Reiseführer (Lohse) zum ersten mal näher beschrieben wurde. Mit der Ruhe und Abgeschiedenheit kam bei mir aber auch relativ schnell Langeweile auf und ich bin schon früher als geplant zurück nach Bangkok, was im nachhinein ein absoluter Glücksfall war, da der Professor schon nach wenigen Tagen ein "mid-term-exam" schreibt, über den Stoff der ersten 2-3 Tage... allerdings weiss man an der Uni gerade nicht, wie es weitergeht, da ab dem 13. für ganz Bangkok Strassensperrungen angesagt sind, um damit die Regierung lahm zu legen und auch die Uni bis auf weiteres geschlossen ist.

Liebe Grüße nach Deutschland oder wo auch immer ihr euch gerade rumtreibt

Passierschein A 38 Thai-Style

Freitag, 03.01.2014

Hallihallo,

leider ist nicht allzu viel spannendes passiert (vielleicht sehe ich die ganzen Merkwürdigkeiten schon nicht mehr), aber ich wollte noch mal ein kleines update geben bevor ich morgen vorraussichtlich für etwas über eine woche nach Koh Payham fahre. Dort soll es nicht mal durchgehend Strom geben, insofern wird das dann auch mit dem internet alles ein bisschen schwierig. Ja, das war alles nicht so ganz geplant und der Hauptgrund für mich da hin zu fahren (sind etwa 8-10 h mit dem bus) ist, das es unmittelbar an der Grenze zu Myanmar/Birma liegt und ich damit endlich mein Visum verlängern kann.

An dieser Stelle die grossartige Visum Story der Reihe nach (Achtung, ist ein bisschen lang):

Ich hatte mir in Deutschland ein 90-Tage-Studentenvisum besorgt, das jetzt noch gültig wäre, wenn ich es mir nicht mit meiner Ausreise nach Vietnam zerschossen hätte. Das ist zwar ärgerlich, war mir aber bewusst. Man bekommt bei jeder Einreise nach Thailand ein 30-Tage-Touri-Visa, das bei mir jetzt am 01.01. auslief. War alles erst kein Problem, laut Uni. Die haben mir ein Schreiben in die Hand gedrückt, natürlich auf Thai, damit sollte ich einfach zur Immigrationsbehörde und fertig. Ich hab extra nachgefragt, ob diese immer auf hat und das wurde bejaht. Ich hatte Vorlesungen bis zum 28.12, bin also um 29. zum ersten mal hingefahren. Das Immigration Office ist in einem ganzen Komplex voller Regierungsgebäude, die alle aussehen, wie gelandete Raumschiffe. Das hier: ist alleine die Immigrationsbehörde. Naja, um die Sache abzukürzen, sie hatte einfach zu. Ich war vorher extra auf der Homepage und habe bei wikipedia die offiziellen Feiertage nachgeschaut... Am 30. nochmal hin, wieder zu. Damit war klar, das ich mein Visum bis zum 01.01. nicht mehr verlängert bekomme. Natürlich liegt dieses Office 25-30 km entfernt von meiner Wohnung und man kommt nur mit Taxi hin (etwa 4-5 Euro pro Fahrt). Da ich auf der Homepage gelesen habe, das es ab dem 02.01. eine neue Zweigstelle ganz in meiner Nähe geben soll, bin ich dort hingefahren. Natürlich waren da noch Umbaumassnahmen, da ist man nicht ganz rechtzeitig fertig geworden. Am Nachmittag bin ich also, mittlerweile völlig entnervt erneut zum Immigration Office, die diesmal auch aufhatten^^. Dort bekam ich dann Thailändische Bürokratie in seiner schönsten Form. Ich schilder meinen Fall, sie sehen meinen Pass, geben mir ein Formular und an der nächsten Stelle erfährt man, das es das falsche war usw... Als ich es endlich zur Sachbearbeiterin geschafft habe, erfahre ich, das der Brief von der Uni falsch ist. Und da mittlerweile mein Visum abgelaufen ist, muss ich das Land verlassen um ein neues 30-Tage-Touri-Visum zu bekommen. Da ich jetzt gerade Prüfungen schreibe, geht das frühestens morgen abend und jeder Tag kostet mich jetzt schon 12 Euro Strafe. Mein Hinweis darauf, das ich zweimal da war, aber geschlossen war, wurde mit der sehr erstaunten Frage beantwortet, ob ich den nicht gewusst habe, das alle Behörden 5 (!) Tage lang zum Jahresende zu haben.. Zudem diese Idiotie, das ich ja beim Immigration-Office war, die sehen, das ich mein Visum überzogen habe und sie schicken mich trotzdem wieder nach hause. Sollte ich jetzt in eine Polizeikontrolle kommen (tagsüber extrem unwahrscheinlich) komme ich in grosse Erklärungsnöte. Ich war dann heute bei der Uni, habe es ihnen geschildert. Natürlich sei der falsche Brief meine Schuld gewesen, sie sind von einem anderen Visum-Fall bei mir ausgegangen (btw natürlich habe ich ihnen vorher meinen Pass gezeigt...).

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich muss das Land verlassen. Ich habe die Story heute in meinem Kurs erzählt und wurde gefragt, ob ich nicht zu besagter Insel an der Grenze mitkommen möchte.^^ Ich habe zwar ab dem 07. wieder Vorlesungen, aber dann bin ich wohl leider "krank". Schlimm, wozu einen die Einwanderungsbehörden heutzutage treiben^^. Ich muss aber auch sagen, auch wenn das sehr weit hergeholt klingt, aber die Story bringt mir schon eine andere Sichtweise auf die Problematik mit illegalen Einwanderern. Letztendlich bin ich hier jetzt ebenfalls illegal und ich kann mir eigentlich nichts vorwerfen.

Kurzer Nachtrag noch zur Silvesterfeier mit Gesa und Marcia (siehe letzter Eintrag). Es ging... Essen war verdammt geil beim Mexikaner. Endlich mal wieder Käse^^. und ich habe mich auch gefreut, die beiden wiederzusehen. dann wollten wir in einen Club, den wir uns vorher extra rausgesucht hatten. Der hat aber natürlich mittlerweile geschlossen... Da er aber in einem Komplex mit vielen Clubs war, sind wir letztendlich im Route 66 gelandet, dem grössten Club Bangkoks. Aber war alles irgendwie erschreckend harmlos und auch recht schnell vorbei. Damit bleibt dieses Foto das Highlight der letzten Tage, aber ich bin zuversichtlich, das die nächsten Tage spannender werden.

Liebe Grüße

Zurück in die Zukunft

Samstag, 28.12.2013

Hallihallo und allen schon mal einen guten Rutsch ins Jahr 2014, bzw 2557 ...da uns der Thai-Kalender um schlappe 543 Jahre voraus ist.

Hier sind erstmal die versprochenen Bilder von der Uni, an der heute wirklich so wenige Stundenten da waren, das die Mensa zu hatte... manchmal wirklich gespenstisch ruhig, zumal sie sich an einer sehr wuseligen Hauptverkehrsstrasse befindet.

dieses Bild zeigt die einzige Zuhörerin unseres heutigen Vortages, es ist die Dozentin. Da wir die letzte Gruppe waren, war wohl keiner mehr an unseren Ausführungen zur Ghanaischen Wirtschaft interessiert...

... und als ich unbedingt von diesem schiefen Laternenmasten ein Foto machen musste, hat das bei "Gürckchen" (siehe letzter Eintrag) doch zu einiger Verwunderung geführt. Aber der Mast, bzw, die Strasse darunter ist einfach unfassbar schief.

das ist der erwähnte Schrein. Ein grossartiger Anblick jeden Abend, wenn Jogger hunderte von Runden um dieses Ding mit einem Durchmesser von vielleicht 20 m drehen

in dem See auf dem Campus gibt es dutzende Schildkröten, das ist natürlich einfach nur grossartig

und so sehen die Unigebäude in der Regel aus, meist so 8-12 Stockwerke und ich würde die Anzahl der Gebäude auf so 30 schätzen. Glücklicherweise habe ich immer im gleichen Gebäude Vorlesungen.

Am 25. war ich mit den anderen Deutschen, die hier so eingeschrieben sind, "Bei Otto" essen. Das war an sich nett, aber eher unspektakulär. Am meisten haben wir uns alle über den Brotkorb gefreut, mit ofenfrischen Sachen, die einfach mal so schmecken, wie man es kennt...Mit ein paar von ihnen war ich dann nachts auf der legendären Khaosan Road. Dort gabs Skorpion zu essen und bis 24 uhr bekommt man bei kleinen Kiosks problemlos überall billig Alkohol... da ausser mir aber alle am nächsten Morgen einen Termin hatten, war das ganze leider nicht so ausschweifend, wie ich es mir versprochen hatte. aber naja, Silvester kommt ja bald...                                                               

Vor etwa einer Woche war ich dann auch tatsächlich das erstemal seit meiner Ankunft in  Thailand auf einer Insel, auf Kho Sichan, etwa 3 h südöstlich von Bangkok. Spoiler: die folgenden Bilder können Neid auslösen^^

Leider wurde ich auf der Rückfahrt vom Busfahrer schlicht und ergreifend darüber angelogen wo er hinfährt und zum einen hat die Fahrt wesentlich länger gedauert und zum anderen musste ich letztendlich in Bangkok dann nochmal ein Taxi nehmen um nach hause zu kommen, da er mich einfach irgendwo abgesetzt hat und dann auch noch behauptet, das das "very close"  zu meiner Strasse sei. Das Taximeter stand am Ende bei 16 kilometern. Taxifahren ist hier zwar spottbillig, aber dennoch war meine Urlaubsstimmung bei der Dreistigkeit gleich wieder im Keller. Man erlebt hier halt relativ oft "Hit or Miss" Momente, entweder es übertrifft die Erwartungen und ist einfach nur grossartig und man googelt schon nach den Bestimmungen für ein Dauervisum oder dann kommen in der Regel gleich danach so Momente wo man sich fragt, was man in diesem Mistland eigentlich macht.

Nachdem wir heute wieder 2 Präsentationen halten mussten, habe ich jetzt bis zum 03.01. frei, schreib dann aber gleich zwei Prüfungen. Silvester werde ich mit Marcia und Gesa feiern, 2 Mädels, die ich Vietnam über Pias grossartigen Kochklub kennengelernt habe und ich hoffe, diese Nacht wird alleine genug Material für den nächsten Blogeintrag liefern.

Gürkchen und Weihnachten

Donnerstag, 19.12.2013

Servus,

ja, mein letzter Eintrag ist eine Weile her, aber ich wollte erstmal die ersten Eindrücke von der Uni abwarten. JA, richtig gelese, nach gerademal zwei Monaten habe ich mittlerweile tatsächlich Vorlesungen^^.

aber der Reihe nach. erstmal sind hier die versprochenen Bilder von der Wohnung. ich habe sie in weiser Vorraussicht vor meinem Einzug gemacht, mittlerweile sieht es etwas geschlachtfeldet aus. Sieht nicht besonders spektakulär aus, ist halt ein Ein-zimmer-Appartment. Wie in Thailand üblich ohne Küche, aber mit allein 8 Essensständen in meiner Seitenstrasse. und ja, ich hab das mit den Bilder drehen immernoch nicht raus. Evtl zieh ich von hier nochmal um, andererseits könnte die Lage kaum besser sein.

Ich habe ja schonmal geschrieben, das die Uni über eine halbe Millionen Studenten hat, jedoch fällt einem das kaum auf. Natürlich ist der Campus riesig, und ich verlaufe mich immernoch regelmässig, aber nicht sooo gross, wie man das vielleicht erwartet. Auch im Tagesverlauf ist es nicht so, das man sich zwischen Massen an Studenten durchzwängen müsste. Grösstenteils liegt es daran, dass die Studenten nur 2-3 Tage pro Woche an der Uni sein müssen und auch bei meinem Kurs wird selbst diese Anwesentheit nicht immer so ganz genau genommen. Das Unigelände bietet quasi alles (nächstes mal gibts davon Fotos): Ein See mit Schrein in der Mitte, eine Bibliothek in Hochhausgrösse, Müllhalde, Postamt, Mensa mit wirklich allem (hab das Sushi noch nicht gefunden, es gibt aber bestimmt mehrere Mensen) und auch wirklich so lecker, das ich da auch an meinen Vorlesungsfreien Tagen vorbeischauen werde.

Ich belege derzeit 2 Kurse, die immer im täglichen Wechsel stattfinden. nach 6 Tagen (also ab heute^^) gibt es 3 tage Pause, dann wieder 6 Tage und nach weiteren 3 Tagen Pause schreiben wir die Prüfung. Diese Sequenz nimmt keine Rücksicht auf Feiertage wie Weihnachten oder sonstiges. Ich freue mich bereits auf eine Präsi am 25.12.... Eine Gruppenpräsi durfte ich auch schon vorführen. Da ein Grossteil des Kurses Deutsche sind (und die Dozentin) waren wir 3 Deutsche, einer aus Myanmar und ein Mädel aus Thailand mit dem selbstgewählten Spitznamen Cucumber. Cucumber (ich nenne sie Gürkchen) war vor ihrem Präsiteil so nervös, das ich sie erstmal in den Arm nehmen musste (war etwas bizzar, wir standen ja schon alle vorne) und nachdem sie fertig war, hat sie sich für den Rest der Präsi bei mir untergehakt, ihren Kopf an meine Schulter gelehnt und immernoch gezittert (war noch bizzarer, wir standen ja immernoch vorne). Natürlich bestand ihr Teil aus einem ausschliesslichen Vorlesen von Slides...

Ansonsten ist der Kurs relativ klein, ich komm auch gerade ein bisschen schwer rein, die meisten kennen sich schon länger und/ oder sind von der gleichen Heimatuni. Was ich sehr interessant fand, war die Einstellung vieler Kommilitonen. Als es heute darum ging, ob Firmen auch etwas für die Gesellschaft tun können, wurde das von vielen verneint. Der einzige Zweck einer Firma sei die Vermehrung von Geld. Das hat mich doch etwas überrascht und man fragt sich, ob man grundsätzlich das richtige studiert...

Ein weiteres Highlight war dieses Ronan-Keating-Zitat an der Wand...

 

Am 25.12. ist eine Weihnachtsfeier mit  einem Teil der Deutschen, die hier eingeschrieben sind, da freu ich mioch schon drauf. Es ist in einem deutschen Restaurant "bei Otto" mit der deutschesten Karte, die ich ja gesehen habe, Thailand und Weihnachten ist wirklich eine komische Kombination. Zum einen fühlt sich Weihnachten durch die Hitze sehr weit weg an und so Dinge wie Adventssonntag würden ohne facebook-posts aus Deutschland völlig an mir vorbei gehen. andererseits ist die Innenstadt voll von over-the-top, kitschigen, ami-style Weihnachtsdekozeugs. Hier ein paar Highlights:

Gerade die Kaufhäuser hier sind der Wahnsinn, zum einen gibt es davon wirklich dutzende und man fragt sich, woher der Durchschnittsthai das Geld nimmt um da einzukaufen (die normalen Marken kosten hier nur unwesentlich weniger als in Deutschland), gerade ausserhalb der Innenstadt sind auch relativ wenige Touristen unterwegs.

Es gibt Kaufhäuser mit einer Schlittschuhbahn...

Kaufhäuser mit Wasserfall...

Kaufhäuser mit lebenden Papageien...

und der Klassiker: Kaufhäuser mit Meister Yoda...

Ansonsten unernehm ich gerade möglichst viel mit Expats, die ich übers Internet kennenlerne. Meist gehen wir ins Kino, in eine Bar oder morgen zum Beispiel fahren wir nach Hua Hin, ein Strand in der Nähe von Bangkok. Also dieses Auslandssemester zeigt mir definitiv andere Kulturen, auch wenn die thailändische wohl leider die kleinste Rolle dabei spielt...

Liebe Grüße an alle und den nächsten Eintrag gibt es hoffentlich mit weniger Verzögerung...

Very Good, Very Good, YEAH

Mittwoch, 04.12.2013

Willkommen zur Vietnam-Sonderausgabe dieses Blogs. Es waren 10 grossartige Tage, fettes dankeschön nochmal an Pia und Finn für das Asyl und so richtig weiss ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Über den Start und das erste Wochenende konnte man sich ja schon informieren, da fange ich gleich mal mit dem epischen Bonaparte-Konzert an. Es war fast schon die Karrikatur eines Hipstertraums. Bonaparte in Hanoi in einer Halle, die früher ein Krematorium war vor etwa 150 Leuten, nahezu alles Nicht-Vietnamesen. Allein die liebevolle Gestaltung des Hintergrundes spricht Bände...

und ja, man kam problemlos in die erste Reihe^^ Sonderdankeschön nochmal an Toska, für den Anstoss des Ganzen. Da nur so wenig Leute da waren, ging der offensichtlich relativ zugedröhnte Sänger mehrmals zu den Besuchern und feierte irgendwie sich und alles. Direkt im Anschluss des Konzertes waren wir in einem verdammt coolen Club direkt daneben, allerdings wurde Punkt Mitternacht die Musik ausgemacht. Pia und Finn haben mir zwar schon von dem nicht vorhandenen Nachtleben erzählt, aber so richtig konnte ich das bis dahin noch nicht glauben.

Ein paar Tage vorher war ich mit Finn noch im Ethnologischem Museum, das doch wesentlich interessanter war, als es klingt. Neben den Nachbauten diverser Hütten in Originalgrösse amüssierte uns beide die Sonderausstellung zum Thema Pubertät besonders. Man fragte sich, warum Vietnamesinnen im geschlechtsreifen Alter Fotos von allem machten und warum ein ganzes Kleid aus Kondomen geschneidert wurde. Besonders amüsant fand ich die Pubertäts-timeline: "17-19 years: you start to have feelings for others"^^. Derart aufgeklärt mussten wir natürlich nicht über das "Penisgrab" mit expliziten Darstellungen lachen...

Sonntag wurde natürlich Finns Geburtstag gefeiert, aber reinfeiern ging schonmal gar nicht, da Mitternacht ja soo spät ist. Das gemeinsame Abendessen am Sonntag hat sich gegen 22 uhr aufgelöst und die Feier in der Uni nach einer halben Stunde... Verglichen mit Hanoi ist Stralsunds Nachtleben deutlich aktiver. War für mich definitv eine überraschende und deprimierende Erfahrung... dafür hier ein Bild von "Weihnachtsfinn"

Trotzdem waren die Abende sehr schön, die Vietnamesen waren alle sehr nett und interessiert. und man kann ja auch mal am Geburtstag Karten spielen oder Jenga. Danke nochmal an Pia für die Idee, das der Jenga-Verlierer eine schwarze Nase bekommt

*grummel* (und ja, irgendwann finde ich raus, wie man hier Bilder drehen kann)

Montag früh, um 6 (kein Scherz), waren wir noch beim "laughing yoga", was definitv mit das geilste überhaupt war. Vor traumhafter Kulisse direkt am See kamen etwa 50 Leute zusammen und neben den üblichen Turnübungen wurde auch immerwieder auf Kommando ausgiebig gelacht, gegrinst, geschmunzelt und die Zunge rausgestreckt. Pia hat davon auch sehr schöne Videos, ihr werdet euch das also bald noch besser vorstellen können. Neben den Aktivitäten schrie man auch immer wieder "very good, very good, yeah", mit dem Daumen nach oben und andere Motivationssprüche.

Essen war die ganze Zeit durch definitv ziemlich lecker, ich bin ja eh ein Fan von Suppen-Kram. Aber da es sich schon rumgesprochen hat, muss ich wohl an der Stelle erwähnen, das ein Nachtisch mir nicht so ganz bekommen ist... Am ehesten muss man sich das als geeisten Bubbletee mit Milchreis vorstellen, war an sich recht lecker, aber fand sich auf dem Rückweg doch auf dem Gehsteig wieder, zur grossen Freude der Besitzerin des Ladens direkt daneben...

Die Zeit in Vietnam war für mich unglaublich interessant und ich bin froh, dass ich diese gelegenheit hatte. Thailand ist im Vergleich ja doch schon etwas verwestlicht und ausser Hostelmitarbeitern hatte ich bisher noch keinen wirklichen Kontakt mit den Leuten. Hier noch eine etwas Random-Bildersammlung:

 

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Back in Bangkok: Trotz der allgemeinen Nachrichtenlage in Bangkok gibt es für mich persönlich sehr gute Nachrichten. Ich hab eine Wohnung gefunden, erstmal für Dezember, könnte ich aber verlängern, wenn ich möchte. Direkt an der Uni, und direkt am Kanal, dh, mit dem Boot bin ich in 20 min in der Innenstadt. Vor allem von der Lage her alles genau das was ich gesucht habe, ich bin sehr gespannt (ich zieh morgen ein).

Zudem kommen wohl tatsächlich Toska und Corny zu Besuch im Februar, da freu ich mich natürlich schon sehr drauf.

Und ich habe verdammt geile Karamel-Schoko-Kekse gefunden^^

 

 

 

Loi Krathong und die Frauen von Stepford

Donnerstag, 14.11.2013

einen wunderschönen guten Abend aus Sukhothai. Ich konnte mich endlich mal von Chiang Mai wegreissen und da ich mir die Busfahrt nach Bangkok nicht nochmal an einem Stück geben möchte, bin ich bis übermorgen in Sukhothai. Dessen (einzige) Sehenswürdigkeit ist der Historical Park, der allerdings absolut krass war. Auf dem Gelände war früher der Hauptsitz des damaligen Königreichs Sukhothai und damit auch die Wiege der Thaikultur. Das Gelände war riesig, allerdings fand ich den Eintrittspreis für das gesamte Arenal unverhältnissmässig und habe mir nur die Rosinen aus der Mitte rausgepickt. So sehr ich mich auch gefreut habe, das es heute endlich mal nicht brühend heiss war und ich sogar meine Sonnencreme umsonst rumgeschleppt habe, so schade ist es um die Fotos, die leider die Schönheit nicht so ganz wiedergeben und eher an einen Scherenschnitt erinnern...

Der junge Mann hier: ist übrigens Ramkamhaheng. Eigentlich solltet ihr den Namen schon mehrmals hier gelesen haben, nach ihm wurde meine Uni in Bangkok benannt, aber naja, irgendwie ist das gerade recht weit weg.

Ich habe auch gerade Glück, in dieser Woche findet in sieben ausgewählten Städten das Lichterfestival Loi Krathong statt. Normalerweiser ist es in ganz Thailand, aber in Andenken an den kürzlich verstorbenen Somdet Phra Nyanasamvara Somdet Phra Sangharaja (sic!) ist das dieses Jahr alles etwas gediegener. Dennoch für mich das perfekte Timing, ich werde mir morgen Abend hier die Veranstaltung dazu ansehen können und am Sonntag in Bangkok den krönenden Abschluss dieser Woche.

Bei Loi Krathong werden kleine selbstgebastelte Schiffchen mit angezündeten Kerzen oder Räucherstäbchen zu Wasser gelassen und man kann sich was wünschen. Die Schiffchen kann man entweder schnöde kaufen (sogar schon mit festgeklebten Geldscheinen...) oder aus Palmenblättern oder Filz^^ oder so selber basteln.

Das Hotel/Hostel hier in Sukhothai ist zwar weit entfernt von einem Partyhostel, aber dafür macht mir der Service hier fast Angst. Gestern war ich noch recht angetan von der Freundlichkeit (man bedenke auch, das ich das billigste verfügbare Zimmer belege, für etwa 5 Euro die Nacht) und dem Service und die Personifizierung des Land of Smiles. Aber nachdem man mich heute mehrmals gefragt hat, wie es mir geht, sie meinen Namen wissen und für mich zum Busbahnhof gefahren sind um mein Ticket nach Bangkok zu holen, hat das fast schon etwas unheimliches, erinnert mich an den Film "the Stepford Wives".

Also alles wieder halbwegs ok bei mir, letztes WE und Anfang der Woche war ich leider wegen Fieber ziemlich ausser Gefecht, dann kotzt einen auch das Partyhostel nur noch an... aber wird langsam. Am Freitag konnte ich mich noch zum Besuch einer Thaiboxen-Veranstaltung zwingen. Das war natürlich eine recht bizzare Erfahrung. Thaiboxen unterscheidet sich von der europäischen Variante darin, das man auch mit den Füssen und Knien angreifen kann. Es waren insgesamt 8 Kämpfe, meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, zumal während der gesamten Veranstaltung Musik gespielt wurde. Keine Ahnung welches Instrument es war, es klang wie ein verstimmter Dudelsack. Ich musste am Anfang lachen, als ganz gross "International Thaiboxing" angekündigt wurde und Thai auf Thai folgte, aber der letzte Kampf war tatsächlich mit US-Amerikanischer Beteiligung, da war dann auch Richtung Stimmung, zumal der Amerikaner am Ende auch gewonnen hat. Sehr unterhaltsam war der Zwischenteil, als gleich fünf Nachwuchsboxern im Ring die Augen verbunden worden und sie sich blind (und alle 5 gleichzeitig)  verkloppen sollten.

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Zum Ende noch zwei Sachen, auf die ich mich tierisch freue: Ende nächster Woche fliege ich nach Hanoi zu Finn und Pia, für etwa 10 Tage.

Und Corny scheint definitiv im Februar vorbeizukommen, dazu noch zwei halbe Zusagen von Toska und Elisa. Das kann nur geil werden.

Buddhism meets Disneyland

Freitag, 08.11.2013

 

 

Liebe Grüße aus Chiang Mai,

ich bin wieder übers WE in dem Partyhostel und habe Hoffnung auf 2 geile Nächte, ab Sonntag werde ich wohl langsam Richtung Bangkok fahren. Ich muss am 21. Nov wieder in das Hostel, in dem ich zuerst war und meine restlichen Sachen da abholen, da es in der Woche schliesst (was bin ich doch für ein Glückspilz...). Aber trifft sich ganz gut, dann kann ich da noch ein paar organisatorische Dinge klären und am 25. 11 zum Bonaparte-Konzert (in der Hoffnung, das ich bis dahin noch ein paar coole Leute kennengelernt habe).

Diese Woche war ich für 2-3 Tage in Chiang Rai, eine Stadt etwa 2-3 Stunden nördlich von hier. Wenn man vorher länger in Chiang Mai war, ist man doch erstmal geschockt vor der "Ursprünglichkeit" dieser Stadt. Alles ist ein bisschen dreckiger und abgefuckter.

In dem Hostel, das ich vorher online gebucht habe, wurde genau der Raum gerade renoviert. Leider sprach keiner gut genug englisch um mir das irgendwie mitzuteilen, letztendlich bekam ich das beste Zimmer für den niedrigen Preis. Und auch gleich zwei Beispiele für "immer lächeln!" - Am Empfang wurde mein Reisepass kopiert aber nach etwa 15 min habe ich gemerkt, das sie vergessen haben, ihn mir wieder zu geben. Leider kannte man auch das Wort Passport nicht... Nach einer Weile hat sie gemerkt was ich meinte, gelacht, mir den Ausweis gegeben und mir den Bauch gestreichelt, wohl als Geste der Entschuldigung. Als ich dann gemerkt habe, dass das Internet nicht geht (mein einziges Kriterium bei der Hostelwahl) und ihr das gesagt habe, bekam ich nur ein "no" und ein Lachen. Ein weiterer Versuch meinerseits ihr zu sagen, das ich nur deswegen gebucht habe, endete in einem weiteren lachen...

Aber Chiang Rai hatte auch seine Highlights, auch wenn ich das nach meinen ersten paar Stunden kaum glauben wollte.

Da ist zum einen diese riesige, unfassbar kitchige Uhr mitten im Stadtzentrum. Zu jeder vollen Stunde wird sie nachts in verschiedenen Farben angestrahlt und klassische Musik ertönt zu diesem 10-minütigen Spektakel. Leider sind die Fotos dazu nicht besonders gut geworden wegen der Lichtverhältnisse.

Das zweite Highlight war definitiv Wat Ronk Khon etwas außerhalb der Stadt, von den Touris auch "der weisse Tempel" genannt. Er sieht von aussen aus wie die Disneyvariante eines Buddha-Tempels, völlig atypisch weiß und glitzernd. Definitiv ein absolutes Highlight. Der Tempel wurde erst in den 90ern erbaut und innen wird immer noch am Wandbild gearbeitet. Das war dann der endgültige Mindfuck, da dort lauter Anspielungen auf die Popkultur zu finden waren, von Matrix über Angry birds bis hin zu den brennenden Türmen des WTC. Fotografieren war leider verboten, aber ich hab zumindest eines bei google gefunden. Damit war der Tempel dann entgültig das bizzarste, was mir bisher in Thailand an Sehenswürdigkeiten untergekommen ist (zur "Ping Pong Show" werd ich wohl nicht gehen...)

Ebenfalls sehr angenehm, wenn auch weniger spektakulär war der Markt jeden Abend. Ähnlich gross wie in Chiang Mai, aber weniger Touristenfalle mit Sitzgelegenheiten vor einer Bühne, auf der ein best-of der Skorpions gecovered wurde.

Und zum Abschluss hier noch ein Ausschnitt aus einem Stadtplan. Ich war zwar sehr dankbar für selbigen, aber die Darstellung des Touristen finde ich doch etwas stereotyp...

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und die Auflösung der Frage vom letzten Mal: Es waren 25 Personen, der Cookie geht an Wolfi

Handynummer müsste die hier sein 0066 835671674, hab es aber selber noch nicht ausprobiert

Same same but different

Sonntag, 03.11.2013

Guten Morgen aus Chiang Mai, genau der Stadt in der ich letztes Wochenende war bevor ich nach Pai gefahren bin. Gleiche Stadt, aber alles anders. Das Hostel ist ein Partyhostel und dementsprechend wohl fühle ich mich hier und habe gleich bis mindestens Dienstag hier gebucht (der Dank geht an Toska). Gleich am Freitag sind wir dann auch in die Stadt gefahren, zu dem Touri-Clubbing-Spot.

Die grösste Area war draussen, aber ich war auch sehr angetan von der Asien-Variante der Werkstatt, inklusive Liveband.

 

Gestern wollten wir wieder in die Stadt aber es hielt sich das Gerücht, das heute Regionalwahlen sind und daher kein Alkohol für 36 Stunden verkauft werden darf. Anstatt zu googeln, sind wir trotzdem auf gut glück in die Stadt gefahren. Die Taxifahrt hin und zurück sollte sich als Highlight der Nacht herausstellen.

Die Taxen in Chiang Mai sehen so aus -> ... und jetzt wird es Zeit für die erste Preisfrage dieses Blogs: Wieviele Leute wurden vom Fahrer in dem Taxi platziert? Als kleinen Hinweis ist hier ein Teil der Leute: Der Gewinner kriegt bei nächster Gelegenheit ein Cookie. Die epische Taxifahrt war also sicher, blieb noch das Gerücht mit dem Alkoholverbot, das sich in der Stadt natürlich als wahr herrausstellte. Da man ohne Alkohol nicht feiern kann, sind wir wieder zurückgefahren, in der Hoffnung in einem kleineren Shop irgendwo alkohol kaufen zu können. So zogen dann also über 20 Leute zusammen durch die Vorstadt Chiang Mais und fragen überall nach Alkohol... Ein älteres Thai-Ehepaar hatte Mitleid und schenkte uns den letzten Rest Whiskey den sie noch in der Flasche hatten. Ansonsten wurde uns sofort mitgeteilt, das an diesem Tag auf keinen Fall Alkohol verkauft werden darf. Nach etwa einer halben Stunde haben wir einen Shopbesitzer weichgeklopft und er hat uns seine letzten 8 Flaschen verkauft, die er uns in Zeitungspapier eingewickelt hat. Geht doch... Mit dieser gigantischen Ausbeute sind wir dann auch zurück ins Hostel.

Ansonsten ist die Stadt hier gleich viel schöner nachdem die Regenzeit von einen Tag auf den anderen aufgehört hat und es jetzt konsequent Sonnenschein und über 30 Grad hat. ich bleib hier erstmal^^

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